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Lanke und sein Schloss (Nr. 31) PDF Drucken
pict0183-bearb-webZählen Sie auch zu den Leuten, die wohl schon hundertmal auf dem Weg nach Biesenthal oder Prenden ihren Blick auf die wunderbare Schlossanlage richteten und sich fragten, ob dieser historische Gebäudekomplex je wieder einer baulichen Nutzung zugeführt werden würde? Viele Jahre tat sich nichts.

Geschichte
Um 1850 wurde das Landhaus Redern im Auftrag seines gräflichen Besitzers im französischen Renaissance-Stil umgebaut und erweitert. Die das künftige Schloss umgebenden Gartenflächen erhielten nach den Plänen des berühmten Gartenarchitekten Lenné den Charakter eines Landschaftsparks und wurden als herrschaftliche Erholungsanlage genutzt. Nach der Veräußerung des Lanker Besitzes der Grafen von Redern an die Stadt Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich die Nutzung der Schlossanlage. So wurde die Liegenschaft nach dem 2. Weltkrieg als Heilstätte für an Tuberkulose erkrankte Berliner genutzt und später einer Einrichtung als Pflegheim zugeführt.
Nach einem längeren Leerstand der Anlage suchte der Berliner pict0051-bearb-webLiegenschaftsfond durch Ausschreibung einen neuen Nutzer für die Immobilie. 2007 erwarb eine Gruppe von drei Privatpersonen, von Beruf Architekten und Projektentwickler, mit ihren Familien, die Immobilie. Der grundbuchliche Eintrag der Erwerber erfolgte im Dezember 2009. Und jetzt endlich konnte im Jahr 2010 die Aufteilung der Schlossanlage in sechs Wohnungen, die denkmalgerechte Sanierung und der Umbau der Schlossanlage begonnen werden.

Aktuelles
Frau Gabrisch, Architektin und eine der Erwerberinnen, spricht von einem „Herzblutprojekt“, diese wundervolle Anlage wieder einer baulichen Nutzung zuzuführen. Für dieses Jahr ist gemeinsam mit ortsansässigen Baufirmen die Entkernung des Altbestandes, die Beseitigung der architektonischen Altlasten der ehemaligen Kliniknutzung und die Erneuerung der Haustechnik geplant. Das Kellergewölbe soll in seinen Altbeständen wieder herausgearbeitet werden.
Der Ausbau von sechs Wohneinheiten in der Größe von 36 bis 150 Quadratmetern ist geplant. Das Konzept der künftigen Schlossnutzung sieht bevorzugt eine Wohnnutzung des Hauses vor. Zusätzlich planen die künftigen Nutzer unter Berücksichtigung der besonderen Stellung des Schlosses im Ort, die zeitweise öffentliche Nutzung eines Salons im Eingangsbereich des Gebäudes und des sanierten Kellergewölbes für kulturelle Veranstaltungen. Auch Lesungen in der künftigen Bibliothek, angesiedelt im romantischen Dachgeschoss des Gebäudes, sind vorgesehen.
„Nein, sie sind keine reichen Schweizer“ – die Investitionen in das Schloss werden nach und nach erfolgen müssen. Das Äußere der
pict0227-bearb-webAnlage mit seiner auffallenden Dachgestaltung, die durch acht Ecktürme geprägt wird, die Fassade des Gebäudes mit wunderbarer Patina lässt Raum und bildet den Rahmen für historisch eingebundenes Wohnen.
Eine Fußbodenheizung ist geplant. Die etwa 4,10 Meter hohen Räume sollen Holzparkett erhalten und durch klassische Baumaterialien aufgewertet werden.
Alles in allem ein Projekt, das den Erwerbern und ihren Familien eine neue Heimstatt und eine interessante architektonische Herausforderung zugleich bildet. Kulturelle Vorlieben werden bei den auch künftig geplanten Jazzveranstaltungen im Garten von Lenné weiterhin eine große Rolle spielen und den Kontakt zu den Anwohnern von Lanke vertiefen. Gern werden die neuen „Schlossherren“ auch in der Zukunft das Haus im Rahmen der „Tage des offenen Denkmals“ für interessierte Ortsansässige und andere Besucher öffnen und Einblicke in dieses historische Gemäuer gewähren.
Jana Radant
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. August 2010 )
 
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