Unter Land und Leuten (Nr. 33) PDF Drucken
golfplatz-webPrenden - international bekannt!
Und das mit 485 Einwohnern? Ja, das ist tatsächlich so. Natürlich resultiert die internationale Popularität dieses Wandlitzer Ortsteiles vor allem aus der Anerkennung der besonderen Qualität
des  Golfplatzes Prenden. Fachleute schätzen die 18-Loch-Anlage, auf dem auch Meisterschaften gespielt werden, als einen der fünf anspruchsvollsten Plätze Deutschlands. Auf 120 Hektar findet sich neben einem weiteren Neun-Loch-Platz, eine Driving Range – auf der Anfänger des Golfsportes ihre Fähigkeiten beim Abschlag üben können. Die idyllische Naturanlage im schottischen Stil zieht interessierte Golfsportler aus aller Welt heran.
Noch heute ist der Ortsvorsteher stolz darauf, dass sich Prenden nach der Wende für die Anlage des Golfplatzes entschieden hat. Die Dorfbewohner diskutierten damals intensiv, was aus den Feldern der ehemaligen LPG entwickelt werden sollte: Ansiedlung eines Gewerbegebietes oder intensive Tierhaltung? Die verschiedensten Möglichkeiten wurden durchdacht. Glücklicherweise fiel die Entscheidung für sanften und naturnahen Tourismus in Form des Golfplatzes. Diese Großinvestition sicherte nicht nur den Erhalt der dörflichen Ruhe und Idylle in Prenden, sondern bietet heute auch etlichen Anwohnern nahe gelegene Arbeitsplätze. Jugendliche des Dorfes können hier Praktika und Ferienarbeit absolvieren. Es ist ein gutes Miteinander zwischen Dorf und Golfclub, erzählte uns der Ortsvorsteher Hans-Joachim Auge.
hans-joachim_auge
Seit 1990 Gemeindevertreter und Kreistagsabgeordneter wurde Auge 2008 Ortsvorsteher von Prenden. In unserem Gespräch schwärmt er von der landschaftlichen Schönheit seines Dorfes. Die wunderbare Wald- und Seenlandschaft unterliegt in ihren überwiegenden Teilen dem besonderen Schutz als Landschaftsschutzgebiet. Die Seenkette mit Strehlesee, Bauersee und Mittelprendener See, die den Ort prägt, entstand als eiszeitliche Schmelzwasserrinne, verbunden durch das Pregnitzfließ und umgeben von bewaldeten Höhenzügen.
Bereits 1306 fand Prenden seine erste urkundliche Erwähnung als “tu Pranden“. Der heutige Bauersee hieß wohl vor vielen Jahrhunderten „Prande“ und fand seinen Eingang im Namen des Ortes. In den Erwähnungen des Landbuches der Mark Brandenburg wird das Straßendorf 1375 mit 42 Hufen, einer Mühle, Seen und Heide ausgewiesen. Und bereits hier wird das Geschlecht derer von Sparr als ortsansässige Familie benannt, die in den kommenden Jahrhunderten mit ihren Nachkommen die Entwicklung des Ortes beeinflussen sollte.
Aber Prenden kann nicht nur mit Natur und Geschichte punkten. Hans-Joachim Auge hebt die gerade erfolgte Straßensanierung durch den Ortseil, das eigene Bürgerhaus des Dorfes, den kleinen Spiel- und Sportplatz am Rande von Prenden und das gute Miteinander seiner Bewohner hervor. Viele gemeinsame Feste und Veranstaltungen, wie der traditionelle Frühjahrsputz, das Osterfeuer, das Sommerfest und auch das Weihnachtsbaumverbrennen fördern den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Auf der sehr informativ gestalteten Internetseite von Prenden kann man sich über die kulturelle Vielfältigkeit der Angebote des Ortes überzeugen, die inhaltlich in vielen Fragen durch den sehr rührigen Förderverein Dorfkirche Prenden 1611 e. V. mitgetragen werden.
Ja, die Dorfkirche dürfen wir, wenn wir Prenden vorstellen, natürlich auch nicht vergessen. Sie ist das älteste erhaltene historische Backsteingebäude des Ortes und wurde wahrscheinlich zirka 1600 als Frührenaissance-Ensemble mit einem imposanten Fachwerkturm errichtet. Die auf einem Hügel und etwas abseits von der Dorfstraße gelegene Kirche prägt das Ortsbild und hat immer ein „waches Auge“ auf seine Bewohner. In vielen Jahren gemeinsamer Arbeit trugen die Bewohner mit dazu bei, die Sanierung dieses unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes voranzutreiben. Heute wird das Gebäude wieder sowohl für den Gottesdienst als auch für regelmäßige kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Auf unsere Frage zu den Wünschen des Ortsvorstehers für seine Gemeinde teilte uns Herr Auge Nachfolgendes mit: Die Umsetzung des bereits geplanten Radweges nach Klosterfelde, die weitere Erschließung der Badestelle am Bauersee, ergänzende Spielgeräte für den Spielplatz der Gemeinde, ein weiterer Ausbau der Ortsfeuerwehr und die Erhaltung der guten Zusammenarbeit zum Bürgermeister von Wandlitz.
Sicher gäbe es noch mehr zu erzählen. Z. B. über den ehemaligen Bunker von Erich Honecker, der sich im Bereich von Prenden befindet. Wir beschränken uns aber zum Abschluss unseres Kurzberichtes über Prenden auf die Beantwortung der Frage eines interessierten Wandlitzer Bürgers: Ja, es gibt den FKK-Strand am Mittelprendener See immer noch. Allerdings ist dieser nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Der motivierte Besucher muss den Weg durch den Wald zum See mit Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen.
Jana Radant
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 5. Dezember 2010 )
 
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