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Unter Land und Leuten - Klosterfelde... (Nr. 34) PDF Drucken
klaus-pawlowski-ortsvorsteh... kein Ort unter Vielen!
Was fällt dem Durchfahrenden auf, wenn er auf der B 109 das Straßendorf Klosterfelde durchquert? Über dem Ort thront auf einem kleinen Hügel in 49 Metern Höhe die schöne
Dorfkirche. Erbaut als Feldsteinbau im 13. Jahrhundert und immer wieder ergänzt gemäß dem Geschmack und der Architektur der folgenden Jahrhunderte. Insbesondere in der Zeit um Weihnachten wird der attraktive Bau durch die vom Förderverein der Kirche getragene Beleuchtung ins rechte Licht gerückt. Schade, dass das Bauwerk nicht über das gesamte Jahr das ihm angemessene „ins Licht Stellung“ erfährt. Dies wäre doch eine Idee für die Gemeinde Wandlitz bei der Umsetzung ihrer Strategie als staatlich anerkannter Erholungsort – die Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes für historische Baudenkmäler der Gemeinde! Nehmen Sie sich einmal Zeit und besuchen Sie die evangelische Kirche, die auch in ihrem Inneren mit einer hölzernen Kanzel aus dem Jahr 1690, einem Altaraufsatz von 1719, der Wittstocker Orgel und der auf Tierfüßen stehenden Taufe vielfältige Zeugnisse der vergangenen Jahrhunderte aufweisen kann.
Aber das ist nicht alles im Orte. Insbesondere in den „blühenden Monaten“ zeigt sich der Dorfanger von Klosterfelde in voller Schönheit. Die Läden hier sind liebevoll gestaltet und weisen in ihrer Ausstattung auf die Geschichte des Ortes hin. „Das Feld am Kloster“ oder „Closterveld“ findet seine erste urkundliche Erwähnung 1240. Wenig später wurden er und andere in der Nähe liegende Ortschaften von den Klosterbrüdern für 312 Silbermark erworben und dem Klosterbesitz zugeschlagen.
Die Jahrhunderte lang dominierende Ernährungsgrundlage des Dorfes mit Landwirtschaft und Fischfang findet mit dem Bau der Landstraße Berlin-Prenzlau Mitte 1900 Ergänzung durch erste industrielle Ansiedlungen. Insbesondere Gewerke der Holzverarbeitung, Tischler, Zimmerleute und auch Wagenbauer siedeln sich in Klosterfelde an. Mit der ab 1901 vorhandenen Anbindung des Ortes an die Eisenbahn können sich die Geschäftsverbindungen der ortsansässigen Unternehmen erfolgreich erweitern. Mit den Klosterfelder Küchenmöbelwerken entstand eines der in der Region bekanntesten Unternehmen vor Ort, das sich bis heute, wenn auch unter einem anderen Firmennamen, erhalten hat.
Der aus dem „Klosterfelder Bürgerkreis e.V.“ stammende Ortsvorsteher Klaus Pawlowski blickt mit großem Bedauern auf den Zerfall der industriellen Vergangenheit des Ortes zurück. Immerhin zirka 1.300 Beschäftigte wies der holzverarbeitende Industriestandort noch vor 1990 aus. Gern würde er, wenn es möglich wäre, neue Arbeitsplätze im Ort ansiedeln. Der Mensch muss ja von etwas leben! Aber es ist wie es ist. In Klosterfelde
kirche-klosterfelde-webleben derzeit etwa 3.150 Einwohner, die hier die Grünlage und auch die gute Verkehrsanbindung schätzen. Ergänzend kommt hinzu, dass die in Klosterfelde vorhandene Grund- und Realschule mit ihren sanierten Schulanlagen und der neu gestaltete Spielplatz den hier aufwachsenden Kindern ein schönes Umfeld zum Erwachsenwerden bieten.
Internationale Bekanntheit für den Ortsteil brachte das in Klosterfelde angesiedelte Artistenmuseum, das seit Jahren wächst und gedeiht und mit seinen Veranstaltungen zunehmend Bestandteil des Ortes und des Lebens am „Klosterfeld“ wird. Das seit ungefähr 1967 dort ansässigen Storchenpaar mit seinen Kindern und/oder Kindeskindern ist eine weitere jährliche Attraktion!
Der kritische Ortsvorsteher sieht aber dennoch einigen Nachholebedarf für sein Klosterfelde: Für die Anwohner und Gewerbe vor Ort ist die bisher noch fehlende fun
ktionstüchtige DSL-Anbindung von großer Wichtigkeit.
Er wünscht sich für das Dorf den Ankauf der Badewiese des Lottschesees durch die Gemeinde und die Erschließung des Weges
zum See über einen Fahrradweg für Jung und Alt. Ein kleiner schwimmender Steg könnte die Attraktivität des Klosterfelder Gewässers für die Kinder des Ortes und seine Sommergäste deutlich erhöhen. Ein Jugendclub vor Ort statt der derzeit üblichen Aufenthaltsräume an den Bushaltestellen wäre anzustreben. Und die Wiederherstellung des alten Laubengangs am Markt, wenn vielleicht auch nur bildnerisch, zählen zu den Ideen des rührigen Ortsvorstehers.
Überhaupt spürt man die große Zuneigung des Ortsvorstehers zu seinem Klosterfelde. Der ehrenamtlich tätige und parteilich ungebundene Klaus Pawlowski schätzt die gute Vereinstätigkeit vor Ort zwischen Freiwilliger Feuerwehr und den Kloster Triker (einem Triker- und Bikerverein), den Dorfputz im Frühjahr und die gemeinsamen Sommerfeste. Es lebt sich gut in Klosterfelde, so kann man seinen Worten entnehmen. Wobei er sich für die Zukunft einen gesicherten Radweg nach Prenden und mehr Mitspracherechte für seinen Ort im Geschehen der Gemeinde wünscht und vorstellt.

PS.: Rettungsanker in Klosterfelde!
Der Schmerz im Rücken der schreibenden Verfasserin konnte über Weihnachten, wie der Zufall es will, nur in Klosterfelde gestillt werden. Alle anderen Praxen in Wandlitz waren zu oder nicht erreichbar. Herzlichen Dank noch einmal für die angenehme Betreuung!
Jana Radant
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 3. Februar 2011 )
 
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