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Was wird aus der Seniorenresidenz? (Nr. 35) PDF Drucken
Zur Erinnerung: In der Zeit vom Februar bis zum September 2006 haben sich Orts- und Gemeindevertreter mit der Verwaltung um die Geburt eines sozialen Projektes mit einem Investor bemüht. Im Ergebnis wurde ein Erbaurechtsvertrag mit einem bereits in Wandlitz agierenden Unternehmer vorbereitet und abgeschlossen.
Die Gemeindevertretung unterstützte das sozial orientierte Projekt, das die Errichtung einer Seniorenresidenz mit 50 bis 60 Pflegeplätzen und acht bis zwölf altersgerechten Wohnungen auf dem Grundstück in der Kirchstraße am Wandlitzsee vorsah.
In den Gedanken und Wünschen der Vertreter der Gemeinde und der älter werdenden Bevölkerung von Wandlitz war die Hoffnung implantiert, wenn die Kräfte einmal nachlassen, könne man in altersgerechte Wohnungen in der vertrauten örtlichen und sozialen Umgebung ziehen, die Familien hätten es für einen Besuch nicht so weit, und die sozialen Kontakte unter den gleichaltrigen Mitbewohnern würden sich leichter knüpfen, aber auch erhalten lassen. Viele sollten sich bereits über Jahrzehnte kennen, von der gemeinsamen Schulzeit oder aus dem Arbeitsleben, aber auch aus den gemeinsam erlebten Freizeiterlebnissen. Für dieses Ansinnen stellte die Gemeinde ein zirka 8.000 Quadratmeter großes Grundstück mit Blick auf den Wandlitzsee zur Verfügung. Das letzte Filetgrundstück der Gemeinde in Wassernähe, ein Park auf 7.000 Quadratmetern sollte die Anlage ergänzen. Eine letztendlich herrliche Lage und Umgebung für einen verdienten Lebensabend.
Der Investor hatte also die nicht leichte Aufgabe, mit einem städtebaulichem Konzept eine altersgerechte Wohnsiedlung zu entwickeln. Die sich daraus abzuleitenden Planziele wären mit der Gemeindeverwaltung in planungsrechtlichen Umsetzungen zu verankern. Diese Zielstellung verlangte von dem Investor viele Ideen. Für deren Verwirklichung hatte man viel Zeit veranschlagt, jetzt sind es fast schon fünf Jahre. Über die Konzept- und Planungsphase ist der Investor jedoch nicht hinweg gekommen. Auch das letzte Konzept eines Seniorenwohnparks mit einer Einzelhausbebauung von 15 eingeschossigen Bungalows mit 70 bis 80 Quadratmetern Wohnfläche in Privateigentum entsprach nicht den Vorstellungen. Die ambulante Betreuung sollte durch einen Anbieter sichergestellt werden.
Mit diesen Vorstellungen weicht der Investor von den Planungsintentionen, der Errichtung einer Seniorenresidenz, ab. Auch die Bebauung des Grundstücks mit ausschließlich privaten Einfamilienhäusern entspricht weder der Entwicklungsabsicht noch den Planungszielen.
In den vergangenen Jahren konnte kein zustimmungsfähiges Konzept vorgelegt werden. Die Hoffnungen auf eine sozial verwirklichbare Lösung sind wohl ad acta zu legen. Schade für eine zu unterstützende Altersgruppe aus unserer Mitte.
Dass solch eine Investition viel Geld kostet und bei der Berechnung der Refinanzierung an Grenzen stößt, ist dem nüchternen Betrachter klar. Aber wir müssen uns in der Gemeinde mit fast 22.000 Einwohnern dringend darauf einstellen und uns bewusst werden, dass Seniorenhäuser zum Gemeinwesen gehören. Jetzt haben wir viel Zeit verloren. Es ist allen schon verständlich, dass Kinderkrippen und –gärten eine gemeindliche Aufgabe sind.
Der Bürgermeister der nächsten Amtsperiode steht vor einer Herausforderung, die aber wohl in Wandlitz mit seiner finanziellen Ausstattung lösbar sein sollte.
Durch die Mitglieder des Ortsbeirates wurde der Vorschlag unterstützt, bei weiteren Verhandlungen zu dem Grundstück die Fraktionsvorsitzenden bzw. Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses mit einzubinden. Für die Gemeinde geht es bei der eventuellen Rückabwicklung des Erbaurechtsvertrages um viel Geld. Hier sollten einige Augen mehr drauf schauen und es sollte mehr die Mitsprache verwirklicht werden.
Wolfgang Weidler
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 3. April 2011 )
 
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