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Unter Land und Leuten - Zerpenschleuse (Nr. 37) PDF Drucken
Ein Dorf und sein Sportverein – und ein Problem!
Es geht um mehr, als regelmäßig gemeinsam Sport zu treiben! Manuela Arendt erzählt uns, dass der Bereich mit Sporthalle und Fußballplatz der Treffpunkt für alle Zerpenschleuser
ist. Zerpenschleuse, ein Ortsteil von Wandlitz mit zirka 950 Einwohnern, verfügt leider über kein Bürgerhaus. Auch einen Spielplatz kann der Ort am Finowkanal derzeit noch nicht sein Eigen nennen. Also spielt sich das gesellschaftliche Leben häufig auf dem Sportplatz ab. Fast das halbe Dorf ist mit mindestens einem Familienmitglied im Sportverein vertreten. Frau Arndt ist stolz auf das breite Angebot, dass vom Sportverein „Minerva“ für Zerpenschleuse geboten wird: Fußball in Kreisklassenqualität, zwei Kindermannschaften, Frauengymnastik, Volleyball, Tischtennis, Seniorensport und Kung-Fu. Hier stellt der Verein sogar einen Europameister! Seit neustem gibt es eine Voltigier-Pferdesportgruppe, die Kinder aus vielen Nachbarorten anzieht. Aber das ist nicht alles! Der Verein feiert mit den Zerpenschleusern Fasching und Silvester, so dass dann wirklich das ganze Dorf mit Unterstützung aller Ortsvereine auf den Beinen ist.
Anfang des 17. Jahrhundert als Ansiedlung im Bereich des auf Anordnung von Kurfürst Joachim Friedrich gebauten Finowkanals entstanden, war Zerpenschleuse stets mit dem Wasser verbunden. Auch heute, gerade nach dem Ausbau der B 109, genießt man als Gast die Schönheit des Dorfes am Kanal. Die 1845 in Ziegelfachwerk errichtete evangelische Kirche, schön sanierte Häuser und Höfe mit blumenreichen Vorgärten, öffnen sich zum Wasser hin. Zahlreiche Bänke auf den Wiesen vor dem Kanal laden zum Verweilen unter großen Trauerweiden ein. Das ist Romantik pur in warmen Sommern! Wenn man Lust hat, nutzt man die Möglichkeit, mit Paddelbooten den alten Kanal nach Liebenwalde zu befahren und genießt die Nähe zur unberührten Natur. Wünscht man eine besondere Familienfeier auf dem Wasser, kann man den einzigen derzeit zugelassenen.
Motorkahn für etwa 30 Personen mieten und den ruhigen „Langen Trödel“ in einer Drei-Stunden-Fahrt erkunden. Diese touristische Attraktion ist den Wandlitzern leider wenig bekannt. Wir legen Ihnen daher den Kanu-Verleih an der Kanalstraße 11 ans Herz, zur Erkundung und um den „Spreewald“ des Barnims zu entdecken!
Aber zurück zum Sportverein. Hier wird derzeit, weil der Platz in der 2004 errichteten Sporthalle nicht reicht, ein Toilettentrakt und ein Sportgeräteraum geplant. Bisher mussten die Gäste der Veranstaltung die Toiletten der Sportler nutzen. Das soll sich ändern. Die Lösungsvorschläge dafür sind unterschiedlich. Die einen planen einen Anbau an der Halle und die anderen befürworten die Sanierung der alten Baracken vor der Halle.
Dazu muss man wissen, dass sich das Dorf mit seinen Bewohner stets mit Herz und Kraft am Ausbau der Gebäude des Sportvereins beteiligt hat. Schauen wir uns das Gelände an. Zwei im rechten Winkel stehende Baracken säumen den Außenbereich des Geländes des Sportvereines ein. Ein Volleyballfeld, Wiese und acht Parkplätze ergänzen den Außenbereich.
Wird jetzt ein Hallenanbau vorgenommen, so fallen mindestens vier der vorhandenen Parkplätze weg. Der Anbau zur Halle würde eine zusätzliche Fläche von rund 150 Quadratmetern ermöglichen. Die reicht aber für die notwendigen Raumergänzungen nicht aus. Die anfallenden Kosten belaufen sich sicher auf mehr als 100.000 Euro, den Verlust der vorhandenen Parkplätze und den Neubau neuer Parkplätzte nicht mitgerechnet.
Der Sportverein schlägt daher von seiner Seite die Sanierung der
sitzecke-an-sporthallevorhandenen und zu DDR-Zeiten gemeinsam errichteten Baracken vor. Die Kosten an Material belaufen sich z.B. für das Größere von beiden Gebäuden auf zirka 30.000 Euro Materialkosten. Der Arbeitsaufwand könnte von den Mitgliedern des Spotvereins und der Freiwilligen Feuerwehr getragen werden. Ob das zweite vorhandene Gebäude ebenso saniert werden könnte, wird derzeit noch geprüft. Aber der große Vorteil wäre, kein Parkplatz würde entfallen und müsste neu gebaut werden. Die nutzbaren Flächen wären größer und es bestände die Möglichkeit, einen Teil der Flächen als Versammlungsraum und Treffpunkt für die Jugendlichen zu nutzen. Der Erhalt des Gebäuderiegels würde zu dem schon aus Schallschutzgründen zu den angrenzenden Wohnungsgrundstücken bedeutsam sein und zur Turnhalle einen Windschutzriegel bilden. Durch den Erhalt der alten Gebäude könnte so der Hofcharakter des Geländes vor der Turnhalle erhalten bleiben, der beliebter Spiel- und Treffpunkt der Zerpenschleuser ist.
Die zweite, vom Sportverein vorgeschlagene Variante, bietet zudem nicht nur eine deutliche Kostenersparnis. Nein, sie fordert die aktive Beteiligung der interessierten Bürger vor Ort. Und sie ist damit, durch die Eigenbeteiligung, ein Garant für die respektvolle Nutzung der in Eigenleistung sanierten Gebäude. Mehr Platz steht kostengünstiger zur Verfügung: Für die Jugendlichen, für Gespräche, für Seniorenfeiern, für ein Miteinander in Zerpenschleuse.
Jana Radant
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 18. August 2011 )
 
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