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Die Kampfsportler von Basdorf (Nr. 37) PDF Drucken
m.scheibe-webMartin Scheibe (25) entspricht dem Typ Mann, den jede Mutter gern als Schwiegersohn hätte: Ruhig, bescheiden, selbstbewusst, sportlich. Man sieht ihm nicht unbedingt auf den ersten Blick an, dass er ein erfolgreicher Kampfsportler ist. Sein Metier ist Ju-Jutsu, eine Kampfsportart, die drei Bestandteile in sich vereint: Kämpfen mit Fäusten und Füßen, ähnlich dem Kick-Boxen, Judo und dem Ringen. Dahinter steht die Philosophie „Siegen durch Nachgeben“, weshalb sie auch als Kampfsport für Polizisten bezeichnet wird. Das Ziel eines Kampfes besteht darin, in jeder der drei Bestandteile zu gewinnen. Scheibe kämpft in der Gewichtsklasse 85 bis 94 Kilo, der zweithöchsten. In dieser Klasse wurde er in diesem Jahr zum vierten Mal deutscher Meister, und das, obwohl er sich seit September vergangenen Jahres mit einer Knieverletzung herumschlägt. Bevor es zu den deutschen Meisterschaften geht, sind die Ausscheide in den Regionalklassen erforderlich. Dabei muss man wissen, dass es in Bayern fast in jedem Dorf eine Ju-Jutsu-Mannschaft gibt. Davon sind wir im Osten weit entfernt. Allerdings sind die Sportler hier deutlich erfolgreicher. Auch international ist die Kampfsportart weit verbreitet, wenngleich sie noch nicht zum Olympischen Programm gehört.
Martin Scheibe wuchs in Klosterfelde auf. Bereits mit fünf Jahren begann er mit dem Judo-Sport in Wandlitz. Ein Jahr später kam er zum Polizeisportverein Basdorf und damit zum Ju-Jutsu. Das war eigentlich mehr Zufall. Das Training lag zeitlich so, dass ihn die Eltern hier problemlos hinbringen konnten. Als er älter war, fuhr er täglich mit dem Fahrrad zum Training. Die Familie wohnte inzwischen in Liebenwalde. Die Fahrradtour war ein zusätzliches Training. Er besuchte das Oberstufenzentrum Zehdenick und erwarb hier das Abitur. Danach war er zwei Jahre bei der Bundeswehr, sechs Monate davon im Ausland. Anschließend durchlief er eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Das half ihm, seine Knieverletzung weitgehend selbst zu kurieren und gleichzeitig weiter zu trainieren. Für Martin Scheibe stand immer fest, seinem Sportverein treu zu bleiben. Er fand eine Anstellung in seinem Beruf hier in Wandlitz. Auch wenn er jetzt in der Waldsiedlung wohnt, übrigens mitten im Grünen, fühlt er sich in der Gemeinde Wandlitz zu Hause.
Im PSV trainiert er regelmäßig und arbeitet inzwischen auch selbst als Trainer. Etwa 130 Sportler haben ihr Interesse für das Ju-Jutsu entdeckt, eine beachtliche Anzahl. Mit dem Weggang der Polizeifachschule sind die Bedingungen für die Arbeit des Polizeisportvereins komplizierter geworden. Früher konnten sie in der Sporthalle der Polizei trainieren, jetzt sind sie Gäste in den verschiedenen Einrichtungen der Gemeinde. Oftmals entstehen dabei Trainingsausfälle, weil die Sporthallen z.B. jetzt im Sommer geschlossen werden. Angeblich sind Reinigungsarbeiten erforderlich. Sie würden als Verein ja auch die frühere Sporthalle selbst wieder in Betrieb nehmen. Am Geld hapert es nicht. Es gäbe aber Eigentumsprobleme. Und so dümpelt die Anlage ungenutzt vor sich hin.
Martin Scheibe möchte sich in seinem Beruf weiter qualifizieren, vielleicht auch studieren. Seinem Sport will er auf jeden Fall treu bleiben. Und so werden die Mütter noch eine Weile Geduld haben müssen, bis sich ihr Traum vom Schwiegersohn erfüllt.
Horst Schumann
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 18. August 2011 )
 
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