Lobhudelei (Nr. 43)
4314-wf_kindertanzWarum feiert Basdorf eigentlich ein Wappenfest?

Die Frage drängt sich schon irgendwie auf. Schließlich ist das Basdorfer Wappen nicht wirklich präsent. Wappen an sich sind eher antiquiert und wenn man keine Burg mit Rittern hat, braucht man auch nicht unbedingt eins.
Das Basdorfer Wappen ist noch jung – Anfang der 90er wurde es nach 4314-wf_seifenkisteneiner Idee von Peter Liebehenschel entworfen und zeigt symbolisch die sieben Ortsteile Basdorfs, umrahmt von einem goldenen Hirschgeweih auf grünem Grund.
Das echte Hirschgeweih gibt es auch noch. Das hängt, zu einem Kronleuchter umfunktioniert, in der Basdorfer Kirche. Der ursprüngliche Besitzer, ein stattlicher Barnimer Hirsch, hat sich vor langer Zeit in die Basdorfer Kirche verlaufen. Weil das gute Tier etwas zu aufgeregt war, und entsprechend Schaden anrichtete, wurde es von tapferen Basdorfern niedergestreckt.
Das Basdorfer Wappenfest feiert eigentlich auch nicht das Wappen sondern den Basdorfer und seine Gemeinde. Dieses Mal war die Terminwahl etwas unglücklich: gefühlte 30 Konkurrenzveranstaltungen in der näheren Umgebung am gleichen Tag, obendrein noch das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft in der Fußball EM.
4314-wf_mhansenUmso überraschender und erfreulicher war dann aber der Besucherstrom auf dem Marktplatz. Das Angebot war vielfältig und generationsübergreifend. Die Bühne im Festzelt bot sportliches und musikalisches Programm, es gab Torwandschießen, Hüpfburgen, reichlich gutes Essen und Getränke, und die Feuerwehr verschaffte jedem den nötigen Überblick aus 35 Meter Höhe.
Vereine, Handwerker und Künstler hatten Stände aufgebaut und stellten ihre Arbeit vor. Alles in allem keine großen Neuigkeiten, statt dessen die ganz alltäglichen Sensationen.
Mein ganzer Respekt gilt einem überschaubaren Haufen Menschen die neben ihrer Arbeit diesem Ort Leben, Seele und Vielfalt geben: hoch engagierte, enthusiastische, alteingesessene und zugezogene Basdorfer, die respektable Arbeit leisten!
Selbstverständlich kann man immer alles noch besser und noch schöner machen. Wen‘s juckt, der ist natürlich willkommen sich zu engagieren. Ohne ehrenamtliche Helfer ist diese Vielfalt und Vereinsarbeit nicht machbar. Nachwuchs ist unbedingt nötig.
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Gegen Abend wurde der Kreis der Besucher überschaubar. Echte Kenner ließen sich aber vom Fußball nicht ablenken (zumal ein ganz pfiffiger Kerl seinen Fernseher mitbrachte) und erlebten ein feines Showprogramm mit wunderbaren Künstlern. Eine großartige Angelika Weitz bildete mit Michael Hansen und Hans & Gina ein abwechslungsreiches musikalisches Team. Im Anschluss daran trat noch die Showband Papermoon auf. Dieser Truppe hätte ich gern mehr Publikum gegönnt, aber die letzten 200 Gäste schwangen das Tanzbein und freuten sich, dass sie dafür genügend Platz hatten.
Fazit und Antwort auf die Frage in der zweiten Zeile: Basdorf feiert eben gern. Und weil 's so schön war, gibt‘s das nächste Wappenfest 2014.
Anke Seeliger
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 3. August 2012 )