Unser Standpunkt zum Asylbewerberheim in Wandlitz (Nr. 45)
Der Vorstand des Bürgervereins Wandlitz e.V. meldet sich zu Wort 
Am 22. Oktober 2012 informierte der Barnimer Landrat Bodo Ihrke die Bürgermeisterin der Gemeinde Wandlitz Jana Radant darüber, dass
das Gebäude in der Bernauer Chaussee in Wandlitz, das bis vor kurzem als OSZ II betrieben wurde, nunmehr als Heim für Asylbewerber genutzt werden soll. Dieser Schritt wäre notwendig, weil das jahrelang genutzte Heim in Althüttendorf längst an seine Grenzen gestoßen und aufgrund des baulichen Zustandes nur noch eingeschränkt nutzbar sei. Seitens des Landes werden kurzfristig weitere Asylbewerber dem Landkreis zugewiesen.
Jana Radant brachte zum Ausdruck, dass wir als Gemeinde dem geplanten Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber stehen. Sie machte aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die geplante Variante keine dauerhafte Lösung sein kann und anzustreben sei, die Unterbringung dieser Bürger dezentral zu organisieren.
Das war aus der Sicht des Bürgervereins Wandlitz e.V. eine vernünftige Aussage. Die Bürgermeisterin hatte gerade einmal einen Tag Zeit, um die Gemeindevertretung von dem Vorhaben zu unterrichten. Bereits am Mittwoch erschien in der MOZ ein Artikel zu diesem Thema mit Meinungsäußerungen von Gemeindevertretern verschiedener Fraktionen.
Es ist schon bezeichnend, wie Kommunalpolitiker und leider auch Vertreter von Vereinen und Initiativen auf eine solche Mitteilung reagieren. Anstatt in den verschiedenen Gremien darüber zu diskutieren, wie man mit dem Problem umgehen soll, was alles zu beachten ist, wie man mit den betroffenen Bürgern spricht, werden alle möglichen „Argumente“ ins Feld geführt in der Hoffnung, den Beschluss zu kippen. „Wurden Alternativen geprüft? Gibt es auch andere Lösungen? Warum gerade hier? Wurde beachtet, dass gegenüber ein Hotel steht?“ waren nur einige dieser Argumente. Es wurde gefragt, wann der Landrat von der weiteren Aufnahme von Asylbewerbern erfahren habe, ob er nicht zu spät reagiert hätte usw. usf.. Aus Sicht der Bürger mögen diese Fragen berechtigt sein, sie sind aber in der Sache wenig hilfreich.
Keiner dieser Vertreter äußerte sich dazu, wie man mit dem Problem umgehen sollte. Gibt es vielleicht Erfahrungen in anderen Gemeinden? Was können wir als Gemeinde organisieren, um mögliche Probleme rechtzeitig in den Griff zu bekommen?
Stattdessen wird die Volksseele angeheizt, werden spontan Bürgerversammlungen einberufen und Unterschriften gesammelt, ohne dass bereits konkrete Informationen vorlagen.
Jana Radant tat in dieser Situation das einzig Richtige: Sie berief kurzfristig eine Bürgerversammlung ein und zum Glück kamen auch Bodo Ihrke und Péter Vida, Vorsitzender des Beirates für Migration und Integration. Vor allem der Landrat musste sich zahlreichen Fragen stellen, und nicht jeder war mit der Antwort zufrieden. Beängstigend war, dass viele Bürger mit der Errichtung eines Asylbewerberheimes nur Kriminalität und Gewalt in Verbindung bringen. So wurden auch Diskussionsbeiträge, die gerade diese unbegründete Angst nehmen wollten, von Zwischenrufen und Pfiffen begleitet.
Wir haben keine Probleme, in alle Teile der Welt zu reisen. Wir sind dort auch immer nur Ausländer. Aber hier, in unserem beschaulichen kleinen Ort, da bitte keine Fremden. Na, höchstens als Imbissbetreiber. Aber nicht als Hilfe suchender Nachbar! Wir können uns drehen und wenden, wie wir wollen. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass zunehmend Menschen aus anderen Teilen der Welt hier heimisch werden. Offene Grenzen, Kriege in vielen Teilen der Welt, auch unter deutscher Beteiligung, sind heute an der Tagesordnung. Verfolgung und Vernichtung Andersdenkender und Andersgläubiger führen zunehmend dazu, dass Menschen aus anderen Teilen der Welt in Europa und in Deutschland Zuflucht suchen. Es ist unsere Pflicht, diese Menschen hier zu integrieren und ihnen zu helfen. Das ist genauso wichtig, wie ihren Heimatländern zu helfen, wirtschaftliche und politische Verhältnisse zu schaffen, die Fluchten künftig nicht notwendig machen.
Zur Lösung dieses Problems ist braune Propaganda bestimmt nicht hilfreich und tut dem Ansehen unserer Gemeinde nicht gut.
Wolf Zätzsch, Vorsitzender des Bürgervereins Wandlitz e.V.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 29. November 2012 )