Kein Platz am Wandlitzsee (Nr. 54)
Wandlitz bleibt bunt img_0592-web
Für Freitag, dem 23. Mai 2014 hatte die NPD von 10.30 bis 12.00 Uhr eine Kundgebung vor dem Wandlitzer Rathaus angemeldet. Bei vergangenen Veranstaltungen reisten noch fünf bis sieben Vertreter dieser Gesinnung mit einem LKW und Rednerpult an. Diesmal kamen zwei junge Männer und eine Frau mit einem alten Opel und einer Lautsprecheranlage auf dem Dach. Indirekte Hetze gegen Ausländer in Deutschland war der bekannte Tenor. Deutschland den Deutschen oder deutsche Kinder in deutscher Heimat oder so ähnlich. Zwischendurch entsprechendes Liedgut mit entsprechenden Texten.
img_0566-webAuf der anderen Seite des Rathauses fand eine bunte Gegenveranstaltung statt. Rund 70 Wandlitzer übertönten mit Trillerpfeifen, Handtrommeln und Gesang die Hetzäußerungen akustisch, so dass man sie nicht verstehen konnte. Wandlitz zeigte wiederholt, das es hier eine Kultur gibt, in der jeder willkommen ist. Nicht einigeln, im eigenen Saft kochen und Fremde verteufeln, sondern offen Besuchern die Hand reichen. Deutschland, Brandenburg, Barnim und Wandlitz heißt seine Besucher und Gäste willkommen. Wir Wandlitzer wollen friedlich miteinander und nicht hasserfüllt gegeneinander leben. Wir wollen Brücken schlagen und nicht Gräben ausheben. Sicher ist das eine oder andere Neue aus fernen Ländern für manchen befremdend. Nur, wer pauschal verurteilt ohne zu prüfen, ohne sich damit auseinander zu setzen, vergibt sich selbst die Chance der eigenen Bereicherung und Horizonterweiterung. Ich kann nur hoffen, dass mit weiterem sozialem Aufstieg der Gesellschaft der Nährboden für derartiges Gedankengut schwindet.
Wolfgang Kirschner
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 6. Juni 2014 )