Verkehrssicherheit (Nr. 66)
Trotz zahlreicher Maßnahmen bei der Verkehrserziehung, der Kontrolle und Ahndung von Verkehrsverstößen bewegen sich die Unfallzahlen gerade in Brandenburg auf einem hohen, nicht akzeptablen Niveau. Auch die Zahl der fahrradsuenderUnfälle mit tödlichem Ausgang konnte nicht nachhaltig gesenkt werden. Besonders tragisch ist dabei, wenn völlig Unbeteiligte durch das rücksichtslose Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu Schaden kommen. Wenn es dann auch noch Kinder trifft, gibt es in aller Regelmäßigkeit tiefe Betroffenheit. Dabei ist bezüglich der Verkehrssünder keine signifikante Schwerpunktgruppe auszumachen: Unfälle werden von jungen und alten Fahrern verursacht, es betrifft Männer und Frauen. Die Zahl der Verursacher unter Alkohol oder Drogen ist hoch. Oftmals haben dann diese Täter auch noch einen „Schutzengel“, Schaden erleiden meist andere.
Dabei beginnt die Verkehrserziehung auch in unserer Gemeinde bereits im Kindergarten bzw. in der Schule. Da gibt es die Aktion „rote Mützen“ für Schulanfänger, Schülerlotsen werden ausgebildet und die Schüler der 3. und 4. Klassen erwerben den „Fahrradpass“, bei dem nicht nur die Verkehrsregeln geübt sondern auch die Fahrräder auf ihre Sicherheit überprüft werden können. Aktivitäten dazu gibt es an unseren Grundschulen mit Unterstützung der Verkehrswacht Barnim. Voraussetzung ist allerdings, dass solche Aktivitäten auch dort angefordert und geplant werden. Außerdem wird durch die Polizei ein Bustraining angeboten, bei dem die Schüler lernen, ordnungsgemäß in den Bus einzusteigen und sich während der Fahrt so zu verhalten, dass Gefahren minimiert werden. Die Schulen sollten selbst überprüfen, ob diese Maßnahmen ausreichend sind oder es noch Reserven gibt.
Trotz aller dieser Aktivitäten muss man aber immer wieder feststellen, dass das Verhalten im Straßenverkehr dann doch oftmals nicht den Vorschriften entspricht. Da wird entgegen der Fahrtrichtung der Fahrradweg benutzt. Die Gefahr, dass dabei Autos den Fahrradfahrer leicht übersehen können, wird ausgeblendet.
Viele Kraftfahrer sind oftmals kein Vorbild auf der Straße. Obwohl Verkehrszeichen klare Regeln vorschreiben, wird vorschriftswidrig abgebogen. Dass dabei andere Kraftfahrer behindert oder gar gefährdet werden, nehmen viele billigend in Kauf. An dieser Stelle kann es nur den Appell geben, dass sich alle Verkehrsteilnehmer doch bitte an die Vorschriften halten mögen. Wenn erst ein Mensch, vielleicht gar ein Kind, zu Schaden gekommen ist, ist es wohl zu spät.
Wenn wir über die Einhaltung der Straßenverkehrsregeln
verk-suendersprechen, dann sollten wir das Parken nicht vergessen. Bald ist es wieder soweit, dass Scharen von Besuchern in unsere Gemeinde kommen, um an einem der vielen Seen ihre Freizeit zu verbringen. In den vergangenen Jahren gab es dabei immer wieder Unmut seitens der Wandlitzer Bürger, weil Straßen und Wege gnadenlos zugeparkt wurden. Als Lehre aus dem Ansturm vor allem im vergangenen Jahr wurden etliche Maßnahmen seitens der Gemeindeverwaltung geprüft und eingeleitet. Auf Initiative von Anwohnern wurden in einer gemeinsamen freiwilligen Aktion Anfang April mehrere Flächen am Lanker Weg so bepflanzt, dass künftig dort ein wildes Parken – hoffentlich – nicht mehr möglich ist. Tatkräftig unterstützt wurden die Bürger von der Gemeinde, die auch die Pflanzen zur Verfügung stellte, und von Bewohnern des Asylbewerberheimes, die tatkräftig mit anpackten. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Maßnahmen Bestand haben werden.
Noch nicht realisiert wurde die Erstellung eines Park- und eines Fußgängerleitsys
pflanzungsarbeitentems. Einig ist man sich, dieses nicht zentral für die ganze Gemeinde zu installieren, sondern auf die jeweiligen Orte zu beziehen. Hier ist die Mitarbeit der Ortsvorsteher gefragt, die sich der Sache bislang nur zögerlich annahmen.
Ungeklärt sind auch Maßnahmen zur Entfernung von Pkw aus Parkverbotszonen, vor allem bei Gefährdung der Zuwege für Rettungswagen und Feuerwehr. Ein Platz zur Aufnahme umgesetzter Fahrzeuge wurde vom Ordnungsamt inzwischen ins Auge gefasst. Mit der Polizei müssen nu
n noch die Modalitäten abgestimmt werden. In diesem Sommer sollen auf jeden Fall erstmalig Aktivitäten eingeleitet. Vielleicht sprechen sich solche Maßnahmen auch schnell herum und bewirken damit eine vorbeugende Einflussnahme auf all zu ignorante Bürger.
 Sicherlich sind von „wilden“ Parkern auch nicht alle Orte betroffen. Auf jeden Fall ist geplant, zu Schwerpunktzeiten verstärkt Kräfte des Ordnungsamtes einzusetzen, die bei den betroffenen Fahrzeugen Verwarnungen aussprechen bzw. Ordnungsgeld einfordern. Es bleibt abzuwarten, wie die diesjährige Saison gemeistert wird.
Wenn wir schon über die Einhaltung der Parkordnung sprechen, dann sei auch diesmal auf die Ordnung und Sicherheit generell im Wald hingewiesen. Bereits am ersten Maiwochenende nutzten etliche Besucher das schöne Wetter, um am Liepnitzsee zu grillen, und das trotz höchster Waldbrandwarnstufe.
Horst Schumann
Letzte Aktualisierung ( Montag, 30. Mai 2016 )