Schülerbeförderung in der Praxis (Nr. 5)
Schülerbeförderung in der Praxis
Wir wohnen seit April 2003 in Stolzenhagen, Kolonie West. Vor dem Kauf unseres Grundstücks haben wir uns umfassend zu den Schulstandorten in Wandlitz und den Schulbusverbindungen informiert.
Unser Sohn Leon wird in diesem Jahr in der Grundschule in Klosterfelde eingeschult. Wir haben Verständnis dafür, dass auch die Kinder aus Stolzenhagen dort die Schule besuchen. Am 16. Januar 2006 haben wir unseren Sohn auch in dieser Schule angemeldet. Gleichzeitig haben wir einen Hortplatz beantragt, da wir beide voll berufstätig und vor 17.00 Uhr nicht zu Hause sind. Nunmehr mussten wir allerdings feststellen, dass es nachmittags lediglich zwei direkte Schulbusverbindungen von der Grundschule Klosterfelde nach Stolzenhagen gibt. Mit dem Bus um 13.30 Uhr wäre unser Sohn den ganzen Nachmittag allein zu Hause, was wir so nicht verantworten können. Der letzte Bus fährt um 15.55 Uhr ab Klosterfelde, aber nach Wandlitz. Dort müsste unser Sohn alleine und unbeaufsichtigt die B 109 überqueren und dann etwa zehn Minuten auf den Bus nach Stolzenhagen warten. Ob er dann in den richtigen Bus einsteigt, wäre nicht einmal sicher. Auch das bereitet uns große Sorge. Wir haben uns deshalb am 16. Januar 2006 schriftlich an das Schulamt gewandt. Ein Antwortschreiben vom Bürgermeister Tiepelmann liegt uns vor. Daraus können wir entnehmen, dass die Busverbindung Sache des Landkreises ist. Bis jetzt gibt es jedoch von dort nur eine Absichtserklärung zur Lösung des Problems. Unsere Frage wäre auch, wie andere Eltern damit umgehen. Man muss dazu wissen, dass jede Stunde Hortaufenthalt und natürlich auch die Schulfahrt durch uns (mit)bezahlt werden müssen.
Alf-Peter und Anja Schroeder, Stolzenhagen
Anmerkung der Redaktion
Wie Familie Schroeder auf Anfrage mitteilte, hatte sie auch die Möglichkeit geprüft, ihren Sohn in der Grundschule Wandlitz einzuschulen. Das ist aber nach Lesart des Staatlichen Schulamtes Eberswalde „außerhalb des Schulbezirkes“. Deshalb müsse ein diesbezüglicher Antrag erst geprüft werden. Gleiche Postleitzahlen für alle Gemeindeorte, Straßenumbenennungen – aber verschiedene Schulbezirke in einer Gemeinde? Sicherlich hat dafür jemand eine Erklärung. Zum Redaktionsschluss erreichte uns noch folgende Information: Der Schulbusanspruch bezieht sich nur auf Fahrten zum und vom Unterricht, nicht jedoch für Heimfahrten nach dem Hortbesuch.. Familie Schroeder fragt nun, ob sich vielleicht Fahrgemeinschaften finden oder auch ältere Mitbürger den Transport gegen ein Entgelt übernehmen wollen. HK-J
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13. August 2006 )