Den Liepnitzwald erhalten! (Nr. 69)
Der Kampf gegen Windräder im Wald geht weiter
Der Liepnitzwald und seinen Schutz betrifft nicht nur den Wald an sich, sondern auch den eingebetteten Liepnitzsee mit der Insel Großer Werder und die hier vorhandene Tierwelt. Das Areal liegt im Wandlitz – Biesenthal - Prendener Seengebiet und ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Der Liepnitzsee zählt zu den saubersten Seen in der Region.
Die Struktur des Areals wurde durch eiszeitliche Vorgänge geprägt, die auch für die angrenzenden Talzüge mit einem Höhenunterschied von bis zu 40 Meter verantwortlich sind. Aus dieser eiszeitlichen Oberflächenbildung wurde auch die unterschiedliche Wasserabflussrichtung westlich über die Elbe zur Nordsee und östlich über die Oder zur Ostsee hervorgerufen.
Damit auch für zukünftige Generationen dieser Reichtum der Natur erlebbar bleibt, wurden zirka 70 Prozent der Gesamtfläche als Landschaftsschutzgebiet (LSG) oder als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Sie erfüllen damit wichtige Pufferfunktionen zur Erhaltung unserer Lebensqualität und sind unverzichtbar für die Menschen und deren Erhaltung in den nächsten Generationen. Der Generationenvertrag zum Schutz und zum Erhalt der Landschaft als Erholungsgebiet wurde vor über 100 Jahren von Berlin aus beschlossen. Heute wird er von Windkraftbefürwortern in Frage gestellt, denn diese wollen im Wald Windkraftanlagen ermöglichen. Das heißt in der Größenordnung von 263 Hektar soll Industriewald geschaffen werden. Dieser Industriewald würde von Straßen und Stromtrassen durchzogen werden und keine Schutzfunktion für die Menschen und die Tierwelt mehr beinhalten. Die Räder würden Wälder zerschneiden, eine Versiegelung von Flächen nach sich ziehen, zu Landschaftsschäden im Wald beitragen.
Diese Vision ist für viele Menschen nicht nachvollziehbar und verbittert sie. Entgegen anderslautender Behauptungen geht eben nicht nur Stangenwald (Kiefern) verloren, sondern es werden auch Laubbäume einbezogen. Der vor Generationen begonnene Waldumbau, der jetzt Früchte trägt, würde gestört. Im Liepnitzwald sind 90 Prozent reiner Laubwald oder mit Laubholz gemischter Wald vorhanden, nur zirka zehn Prozent sind Nadelwald. Diese Waldstruktur muss erhalten oder noch mehr mit Laubholz durchsetzt werden.
Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt für Brandenburg (Nr.43) ist der als Satzung beschlossene Regionalplan „Windnutzung, Rohstoffsicherung und -gewinnung (sachlicher Teilplan)“ für den Barnim und die Uckermark am 18. Oktober 2016 in Kraft getreten. Durch die Bekanntmachung werden die genehmigten Ziele und Grundsätze in den textlichen und zeichnerischen Festlegungen verbindlich. Investoren können nun mit entsprechenden Verfahren für ihre Projekte beginnen.
Der Anteil des Liepnitzwaldes an der Gemarkung Bernau mit noch 263 Hektar ist als Windeignungsgebiet verplant. Jetzt gilt es für unsere Bürgermeisterin in Zusammenarbeit mit dem Bodeneigentümer der Gemarkung Bernau, Bürgermeister André Stahl die Klage gegen den vorgenannten Beschluss schnellstens auf den Weg zu bringen, damit keine Fristüberschreitung erfolgt.
Unabhängig von diesem Sachstand gilt es weiterhin durch Demonstrationen die Ablehnung von Windkraftanlagen im Wald, besonders im Liepnitzwald, öffentlichkeitswirksam zum Ausdruck zu bringen.
Wir rufen alle Bürger der Gemeinde auf, die gegen die Pläne zur Errichtung von Windrädern im Liepnitzwald einstehen, sich an dieser Wanderung zu beteiligen.
Wolfgang Weidler

Die 5. Neujahrswaldwanderung mit der Zielforderung des unverbauten Erhaltes des Liepnitzwaldes, findet am
Sonntag den 15. Januar 2017 statt.
Tratitioneller Treffpunkt ist der Ützdorfer Gasthof "Jägerheim".
Abmarsch ist 11:00 Uhr / Rückkehr zirka 13:00 Uhr.
Die Route verläuft über den neuen Radweg in das östlich der A11 gelegene Areal des Liepnitzwaldes in das 263 ha große WEG Wandlitz und endet an der Schutzhütte unweit des PP am Waldzugang Ützdorf.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 11. Dezember 2016 )