Für bessere Luft (Nr. 77)
Als ursprünglich unabhängiger kommunaler Wohn- und Umweltberater ist mir von Beginn des Schulbesuches meiner Tochter aufgefallen, dass die Klassenräume wie auch die Aula des Grundschulgebäudes durchweg nicht belüftet werden. Die Regularien dazu sind dem Personal und der Rektorin Frau Gläser aber wohl bekannt. Mehrfach wurden die Fachinformationen zu dem Lüftungsprozedere bereitgestellt. Ohne Erfolg. Auch nach 3 1/2 Jahren des Reklamierens verbleiben Fenster auch in den Pausen bis auf weitgehend wirkungslose Kipplüftung stets geschlossen. Messungen bestätigen die katastrophalen Kohlenstoffdioxydwerte von über 3.000 ppm statt 550 ppm mit teils prekären Folgen für die Schüler. Zu einer themenbegleitenden Unterstützung würde ich mich freuen.
Jürgen Günther

Die Redaktion bat Wolf-Gunter Zätzsch, sich der Sache anzunehmen. Er sprach mit dem technischen Immobilienmanagement der Gemeindeverwaltung. Das Gesundheitsamt des Kreises Barnim hat auf der Grundlage der Vorgaben des Bundesumweltministeriums für eine zulässige Schadstoffbelastung 1.000 bis 2.000 ppm vorgegeben. Insofern gibt es für die Werte in der Grundschule keine Beanstandungen. Die Belastung der Luft in öffentlichen Gebäuden ist kein spezifisches Problem in Wandlitz. Vielmehr handelt es sich um ein grundsätzliches Problem. Es gibt zurzeit keine akzeptablen Lösungen aus technischer Sicht. Sie sind entweder zu teuer oder bringen andere Gefahren mit sich. Verwiesen sei auf die Problematik in Krankenhäusern, in dem durch Belüftungsanlagen vermehrt Keime verbreitet werden.
Trotzdem erscheint es sinnvoll, die Klassenzimmer regelmäßig und ausgiebig zu lüften. Dazu sollten die Lehrer auch angehalten werden.