Viel Lärm ohne Substanz (Nr. 77)
Nachbetrachtung zur Einwohnerversammlung am 8. Februar 2018
Bürgermeisterin Jana Radant hatte zu einer Informationsveranstaltung in den Ratssaal eingeladen, um über ein Bauprojekt in der Prenzlauer Chaussee zu informieren. Der Raum war voll besetzt, stehen musste aber keiner. Im Präsidium hatten u.a. Katrin Bornkessel vom Bauamt, der Investor Frank Laue und die Architektin Platz genommen. Ausgangspunkt für die Veranstaltung waren massive Vorwürfe von Reinhold Dellmann, ehemaliger Amtsdirektor von Wandlitz und Oliver Borchert, neugewählter Ortsvorsteher wegen angeblicher Unterlassungen im Prozess der Bearbeitung des Bauantrages seitens der Bürgermeisterin. Deshalb stellte sie auch zu Beginn klar, dass sie nicht das erste Mal zur Zielscheibe von Angriffen geworden war und erwähnte dabei auch die Kampagne, die 2011 von Dellmann über die Presse in Gang gesetzt worden war. Damals scheiterte er mit seinem Vorhaben, die neugewählte Bürgermeisterin noch bis Ende 2011 aus dem Amt zu werfen. Statt dessen trat er selbst von allen Funktionen in der Gemeinde zurück.
In den aktuellen Vorwürfen wurde viel über die Gestaltung des geplanten Objektes erzählt, mit der Wahrheit stand das allerdings nicht immer im Einklang. Deshalb listete Jana Radant die entlang der L 100 in den letzten Jahren errichteten Gebäude auf und wies nach, dass der jetzt geplante Neubau durchaus nicht aus dem Rahmen falle, wie behauptet wurde. Übrigens gehen einige der bereits errichteten Gebäude auf die Amtszeit von Dellmann zurück. Von daher ergebe sich nun die Frage, welche konkreten Einwände eigentlich geltend gemacht werden? Nach der Präsentation des geplanten Bauvorhabens schmolzen dann auch die vielleicht anfänglichen Vorbehalte. Das Projekt war nachvollziehbar und selbst Dellmann und Borchert erklärten, dass sie dagegen ja auch gar nichts hätten.
In diesem Zusammenhang meldete sich ein Ehepaar, dass unmittelbarer Anrainer des Objektes werden soll. Sie erklärten, dass sie gar nichts gegen das Vorhaben hätten, jedoch bei ihnen Fragen zur Beeinträchtigung ihres eigenen Grundstückes aufgetaucht waren. Sie hatten nicht die Absicht, damit in die Öffentlichkeit zu gehen und sehen jetzt auch keine wesentlichen Probleme mehr.
Nachdem also die fachliche Seite zufriedenstellend behandelt worden war – Fragen, Ideen und Wünsche wird es auch künftig geben – reduzierte sich die ganze Diskussion auf verfahrenstechnische Details. Die Stunde für Dellmann und Borchert war gekommen. Sie warfen der Bürgermeisterin vor, die Gremien wie Ortsbeirat und Gemeindevertretung nicht informiert und die Veröffentlichung einer beschlossenen Veränderungssperre hintertrieben zu haben. Alle Argumente gegen eine solche Darstellung wurden einfach ignoriert und damit, wie schon in vorangegangenen Schreiben der beiden Akteure, der Bürgermeisterin unterstellt, sie würde hier ein falsches Spiel spielen. Dellmann verwandte in einem „offenen Brief“, den er im Vorfeld breit streute, Formulierungen wie „da bleibt ein Geschmäckle“. Jana Radant als Geschäftemacherin mit dem Ziel, eigene Interessen zu verfolgen? So wie 2011, als sie als „Gierbürgermeisterin“ in einem bekannten Skandalblatt tituliert wurde? Es kann ja sein, dass es auch in unserer Gemeinde Schiebereien, Vorteilsnahme und Bestechungen gibt. Aber ganz sicher nicht im Zusammenhang mit Jana Radant.
Oliver Borchert behauptete in der Versammlung erneut, die Bürgermeisterin habe den Ortsbeirat von Wandlitz nicht rechtzeitig über das geplante Bauvorhaben informiert. An anderer Stelle hatte er aber bereits eingeräumt, dass Ingo Musewald und Ralf Becker von der Bürgermeisterin über das geplante Bauvorhaben in Kenntnis gesetzt worden waren. Streiten könnte man darüber, ob das in der geeigneten Form und zum richtigen Zeitpunkt erfolgte. Aber beide waren zu diesem Zeitpunkt Mandatsträger und hätten ja auch verlangen können, darüber mehr zu erfahren. Insofern war die Behauptung von Oliver Borchert zumindest nicht korrekt. Bei allen „wenn und hätte“ bleibt die Frage, welches Ziel Borchert und Dellmann mit ihren spitzfindigen Fragen und Behauptungen eigentlich verfolgen. Geht es gegen ein weiteres Bauprojekt? Will man sich selbst als Besserwisser darstellen? Wird mit dieser Diskussion irgendetwas erreicht? Unruhe und nutzlose Diskussionen ganz gewiss. Wenn es jedoch darum ginge, etwas in der Gemeinde voranzubringen, Fehler aufzudecken, Missstände zu beseitigen, dann wäre der bessere Weg doch ein Gespräch mit der Bürgermeisterin und Mitarbeitern der Verwaltung gewesen. So aber bleibt tatsächlich ein „Geschmäckle“ bezüglich der Absichten und Ziele in dieser Frage bestehen.
Wollen wir nicht hoffen, dass das zum Regelfall wird.
HK-J