Der Ironman aus Wandlitz (Nr. 79)
Fast könnte man denken, dass es in Wandlitz nichts gibt, was es nicht gibt: Künstler, Schauspieler, erfolgreiche Sportler. Nun gehört auch einer dazu, der an einem der härtesten Sportkämpfe teilgenommen hat und es
mit respektabler Zeit bis ins Ziel schaffte. Oliver Kollecker ist Ironman. fotos-kollecker-1Das schfotos-kolleckeraffte er in diesem Jahr in Klagenfurt (Österreich) am Wörthersee.
Der Wettkampf fand am 1. Juli dieses Jahres statt und Oliver nahm zum ersten Mal daran teil. Vermutlich war es auch das letzte Mal… Immerhin ist er schon 48 Jahre alt und betreibt den Sport nur aus Freude. Vor ein paar Jahren zog er von Berlin nach Wandlitz. Hier bestehen ideale Trainingsmöglichkeiten für den Triathlon, der ja als „kleine“ Variante des Ironman betrachtet werden kann. Laufen, Radfahren und schwimmen, am liebsten um die Insel im Liepnitzsee, sind hier naturgegeben. Seit zwölf Jahren betreibt Oliver diesen Sport.
Oliver Kollecker ist selbständig tätig. Nur so findet er auch die Zeit, regelmäßig zu trainieren. Zehn bis 14 Stunden pro Woche gehen dafür schon drauf.
Wenn jemand den Begriff „Ironman“ hört, denkt er automatisch an Hawaii. Dort findet zweifellos der bekannteste Wettbewerb statt. Doch dafür muss man sich qualifizieren. Um dort antreten zu dürfen, sollte man schon den Parcours unter neun Stunden bewältigen. Oliver schaffte die insgesamt 226 Kilometer lange Strecke in einer Zeit von 12:17:34. Immerhin, muss man sagen.
Es gibt in Deutschland jedes Jahr an drei Standorten Wettbewerbe. Wer nun glaubt, dass sich da ein paar „Verrückte“ treffen, irrt gewaltig. Innerhalb weniger Stunden ist die Teilnehmermeldung jeweils ausgebucht. Oliver konnte gerade noch einen Platz in Österreich ergattern. Über 3.000 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Nicht alle hielten bis zum Ziel durch. Es ist ein erbarmungsloser Kampf gegen den eigenen „Schweinehund“, der von jedem Teilnehmer alle Kräfte abverlangt.
Die Teilnahme an diesem Ausnahmesport verlangt auch einige finanzielle Mittel. Das Startgeld beträgt rund 800 Euro. Dazu kommen Unterkunft, Fahrt, Trainerkosten. Nicht zu vergessen sind die Belastungen durch Arbeitsausfall während der Trainingszeiten. Es gehört also eine Menge dazu, sich der Herausforderung zu stellen.
Wie gesagt, ob Oliver Kollecker sich das noch einmal antut, weiß er heute noch nicht. Aber er kann sich vorstellen, seine Erfahrungen und Erlebnisse an Interessierte weiter zu geben. Wer weiß, vielleicht findet sich noch einer in Wandlitz, der an einem solchen Wettkampf teilnehmen würde.
Horst Schumann
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 29. Juli 2018 )