„Meinen Sie das wirklich so?“ (Nr. 3)
„Meinen Sie das wirklich so?“
Noch ist das Jahr nicht vorbei und Rückstände an Problemen oder Problemchen harren der Aufarbeitung.
Mich bekümmert ein wenig der Rückstand, den ich Frau Luther, der Leiterin des Ordungsamtes Wandlitz, ankreiden möchte, denn ich finde: Ordnung muss sein. In der letzten Ausgabe des BASDORF-INFO von Mai/Juni veröffentlichte Frau Luther einen „Aufruf zur Erfüllung der satzungsrechtlichen Pflichten zur Straßenreinigung in der Gemeinde Wandlitz“. Frau Luther erinnert darin die Anlieger, was sie alles zu tun haben, um Ordnung und Sauberkeit auf Straßen und Plätzen zu erhalten. Es sind Selbstverständlichkeiten, auf die da verwiesen ist, doch wissen wir, dass auch Selbstverständlichkeiten nicht immer jedem wirklich selbstverständlich sind. Dennoch veranlasste mich der Aufruf, einige Erwägungen anzustellen und Fragen an Frau Luther zu richten, die bis heute leider unbeantwortet geblieben sind. „Der dritte Absatz in Ihrem Text“, schrieb ich, „bringt mich in einige Verlegenheit. Ein Bankett ist der befestigte Randstreifen einer Straße, habe ich im Wörterbuch gelesen, nur kann ich diesen an der neu belegten Eichenstraße außer bei Grundstücksauffahrten nicht finden und es stellt sich mir die Frage,was unter ‚befestigt’ zu verstehen ist. Die Bitumendecke der Fahrbahn, die zugleich auch Gehweg ist, endet an beiden Seiten ohne einen besonderen Rand, dann folgt ein Sandstreifen mit Vertiefung bis zum Zaun meines Grundstücks. Was sind ‚außergewöhnliche Verunreinigungen’? Gehört beispielsweise Hundekot dazu und greift hier nicht das Verursacherprinzip? Man liest von anderen Kommunen, dass derartige Verunreinigungen eindeutig den Hundebesitzern angelastet und streng geahndet werden, und das zu Recht. Ihre Hinweise sind einerseits sehr detailliert (‚...unverzüglich zu entfernen’), andererseits bleiben sie allgemein.Von Unbekannt verursachter Unrat soll sozusagen privatisiert, also auf das eigene Grundstück verbracht werden? Abfallbehälter sind, außer im Zentrum von Basdorf, nirgendwo zu entdecken.Was Ihren Hinweis auf die gelben Säcke betrifft, so ist mir nicht verständlich, warum Sie den Entsorgungsträger derart in Schutz nehmen für den Fall, dass er seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt und die Säcke zum angegebenen Termin nicht abholt. Praktisch würde es bedeuten, die Säcke am Abend wieder vom Straßenrand zu holen und am nächsten Morgen erneut dort abzulegen. Meinen Sie das wirklich so?“ Mit dieser Frage endete mein Brief und ich weiß bis heute nicht, ob Frau Luther das wirklich so meinte...
Siegfried Schröder, Basdorf
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13. August 2006 )