Manfred Arndt, Zühlsdorf (Nr. 3)
Manfred Arndt, Zühlsdorf
Komödie,Tragödie, absurdes Theater ? – diese Bundestagswahlen und deren Nachwehen hatten wohl von jedem etwas. Eines aber sind sie gewiss

nicht: Ein Markenzeichen der Demokratie. Eine ZDF-Gesprächsrunde hatte das Thema: "Der Wähler und die Macht". Welche Macht? Er hat sie ja weder vor noch nach der Wahl. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Dreßbach offenbarte: "Die Aufstellung der Kandidatenlisten für den Bundestag ist ein schlimmerer Vorgang als der Viehmarkt in meiner Heimat". Und nach der Wahl wird um lukrative Regierungsposten gepokert und geschachert. Das Wahlvolk, der "Souverän", bleibt als nichtssagender Zaungast ohne jeglichen Einfluss. Im Angesicht von sieben Millionen Menschen ohne geregelte Arbeit und zehn Millionen am Rande der Armut ging es bei den Koalitionsverhandlungen nicht zuerst um die Grundfrage "Was wird wie?", sondern "Wer wird was?".
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13. August 2006 )