Geschichte: Eine Straße in Schönwalde (Nr. 25)
Paul Engel
Die Paul-Engel-Straße liegt in der Siedlung Gorinsee, die zu Schönwalde gehört. Paul Engel war einer der Begründer der Kolonie Gorin, die später Gorinsee genannt wurde.
Wer war Paul Engel?
Geboren am 1. Mai 1876 in Berlin, starb er am 2. April 1949 in Gorinsee, Post Schönwalde, Kreis Niederbarnim. Er war Dreher von Beruf und verheiratet mit der Näherin Johanna Hiedel.
1931 lebten in der Kolonie Gorin wohl nur drei Familien. In den Büchern werden 14 Seelen angegeben. Im Laufe der Zeit wurden dann weitere Lauben und auch feste Häuser gebaut, die zum Teil den Berlinern als Wochenendhäuser dienten. Noch vor Jahren erzählten die alten Leute aus ihren Kindertagen, dass zahlreiche Kremser sonntags die Sommerfrischler aus Berlin zum „Sporthaus am Gorinsee“ brachten. Viele Wochenendgäste kamen mit dem Fahrrad in die Siedlung. Nur der Inhaber eines Zigarrengeschäfts in Berlin fuhr mit dem eigenen Automobil zur Erholung „ins Grüne“. Das war damals eine Sensation. Auch andere Geschäftsleute, z.B. Konditor Ladwig und Tischlermeister Pietschmann, bauten ihre hölzernen Pavillons und lebten den größten Teil des Jahres in der Kolonie Gorin, die stetig wuchs.
Paul Engel schrieb in einem Brief, der erhalten ist, im September 1946:
„Im Herbst 1941 und 1943 hatten wir Bombenschaden. Fenster und Türen kaputt und Risse im Mauerwerk. Beim Einzug der Russen sind wir im Haus geblieben, dadurch war der Schaden an Gut geringer…“ Und an anderer Stelle beschreibt er die Lebensumstände der Nachkriegszeit: „…Um von der Kolonie nach Schönerlinde zu kommen, um unsere Zuteilungen einzukaufen, müssen wir erst durch das Dorf Schönwalde gut ¾ Std. Fußweg. Eine Verkaufsstelle besteht hier nicht. In der Kolonie sind zurzeit 66 Parzellen bewirtschaftet. Auf 18 Parzellen sind 1-2-Familienhäuser. Das andere sind Wochenendhäuser und Lauben. Elektrisch Licht ist vorhanden, Gas- und Wasserleitung fehlt…“.
Paul Engel lebte in der Kolonie am Gorinsee in der Straße Nr. 7, die später seinen Namen bekam, auf dem Grundstück Nr. 6 mit Frau und Kind.
Sein Sohn Hans (geb. 08. April 1904 in Berlin) wurde später ein bekannter Mann in der Barnimer Kommunalpolitik. 1949–1952 war er Mitglied im Rat der Gemeinde Schönerlinde und 1959–1961 sogar Bürgermeister von Schönwalde. Deshalb kommen viele Alte, die man nach Paul Engel fragt, auf seinen Sohn Hans Engel zu sprechen. Hans Engel war ein Werkzeugmacher und arbeitete bis 1970 beim VEB Bergmann-Borsig in Berlin-Wilhelmsruh. Wann aber wurde aus der Straße Nr. 7 die Paul-Engel-Straße? Nach Auskunft aus den Unterlagen des Bauamtes Wandlitz hatte die Straße im Jahr 1970 bereits diesen Namen. Wann die Namensgebung geschah und aus welchem Anlass, weiß man nicht genau. Es ist anzunehmen, dass sie im Jahr 1957 vollzogen wurde, nachdem die Siedlung Gorinsee, die zur Hälfte auf der Feldmark Schönerlinde lag, am 1. Januar 1957 gänzlich nach Schönwalde eingemeindet wurde.
Klaus Flemming
Quelle: Cornelia Bera, Gorinsee
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 30. Juli 2009 )