Das Besondere von Schönerlinde (Nr. 32)
brgerhaus-webDer an Berlin angrenzende Ortsteil von Wandlitz datiert seinen historischen Ursprung bereits mit dem Jahr 1242. In einer Urkunde der Markgrafen Otto III. und Johann I. wurde das Dorf „Schönerlind“ dem Kloster Lehnin im Tausch für die „hängenden Berge“ bei Fürstenwalde übergeben.
Geplündert durch Napoleons Soldaten, schwer geschädigt durch einen Großbrand schaffte es der Ort doch immer wieder seinen Bestand zu sichern. Durch die 1830 angelegte Prenzlauer Chaussee versorgt der vor den Toren Berlins liegende Ort die Großstadt mit frischen Lebensmitteln und gelangte zu einigem Wohlstand.
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verkaufen die Besitzer von Schönerlinde Teilflächen des Ortes an den Magistrat von Berlin, der hier die den Ort viele Jahre prägenden Rieselfelder anlegte. Zu DDR-Zeiten erhält Schönerlinde Anschluss an die Bahn und ein modernes Klärwerk, um die Abwasserprobleme der Berliner zu lösen. Damit beginnt die auch nach der Wende sich fortsetzende Industrialisierung des Ortes. Die Lage des Ortes vor den Toren Berlins und direkt an der Autobahn lädt vielfältige Industriebetriebe zur Ansiedlung in Schönerlinde ein. Ein großes Gewerbegebiet entsteht und trägt mit seinen Gewerbesteuereinnahmen einen großen Beitrag zur Finanzierung der Gemeinde Wandlitz bei.
So weit so gut! Aber was macht das Besondere von Schönerlinde aus? Wir waren neugierig und befragten seinen Ortsvorsteher, Frank Liste, der bereits seit vielen Jahren die Geschicke dieses Dorfes leitet. Für den in Schönerlinde Geborenen ist es vor allem der bei aller Industrialisierung erhaltene dörfliche Charakter des Ortes mit seinen landwirtschaftlichen Betrieben und natürlich die Nähe zu Berlin. Der Dorfanger mit seiner spätgotischen, aus Feldsteinen errichteten Kirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und das nahe
kirche-webgelegene Gemeindezentrum, das in den erweiterten Räumlichkeiten der alten Dorfschule ihren Platz fand, prägen die Ortsmitte von Schönerlinde. Frank Liste erzählte uns auf Nachfrage, dass dieses Gemeindezentrum noch in den Zeiten als eigenständige Gemeinde finanziert und gebaut wurde. Heute beherbergt dieses Gebäude einen Raum für Senioren und Jugendliche, es bietet den Sitzungen des Ortsbeirates und des Ortsvorstehers Raum und stellt Platz für kleine Sportgruppen und andere Veranstaltungen zur Verfügung. Ein Gemeindezentrum, um das so mancher kleiner Ortsteil von Wandlitz Schönerlinde beneiden könnte.
Für die nähere Zukunft wünscht sich der Ortsvorsteher eine Entlastung seines Ortsteiles von industriellem Durchgangsverkehr, durch den Ausbau der Straße, die von der B 109 entlang der Autobahn bis zum Klärwerk und dann nach Mühlenbeck führt. Er stellt sich eine gelungene Sanierung der nahe des Klärwerkes gelegenen Wohnungen vor und den Erhalt einer Mindestversorgung seiner Bürger mit allen notwendigen Dingen des täglichen Bedarfs. Nur so wird der Ortsteil Schönerlinde für seine 1.061 Einwohner und zirka 350 Familien als Lebensstandort attraktiv bleiben.
Das kulturelle Leben des Ortes, so erfahren wir am Schluss unsers Gespräches, wird vor allem durch den Feuerwehrverein, die Kirchengemeinde mit ihren Aktivitäten und Konzerten und den Männerchor des Ortes geprägt. Der Ortsvorsteher selbst ist hier offensichtlich, bei all seiner politischen Tätigkeit, ein geachtetes Mitglied. Proben ihres geübten Könnens stellen sie regelmäßig auch bei Auftritten auf dem Schönerlinder Lindenblütenfest und anderen Gemeindefesten vor.
Jana Radant
Bürgerverein Wandlitz e. V.
 

Hinweis:
Wen die Geschichte von Schönerlinde noch detailierter interessiert, dem sei in diesem Zusammenhang die Internetseite des Feuerwehrvereins Schönerlinde e. V. empfohlen, der auf seinen Seiten sehr viel Wissenswertes über die Geschichte seines Ortes zusammen getragen hat.
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 29. September 2010 )