Unter Land und Leuten (Nr. 35)
Das Besondere von Basdorf!
Basdorf fand zirka 1375 als Basdorp seine erste urkundliche Erwähnung. Wechselnde Gerichtsbarkeiten, wie Schloss Biesenthal, Kloster Lehnin und das Amt Mühlenbeck zu Zeiten
der Reformation prägten das Gemeindegebiet. Sucht man heute Begegnungen mit der historischen Herkunft von Basdorf, dann findet man diese vor allem im Bereich des alten Dorfangers und seiner aus dem 15. Jahrhundert stammenden Kirche.
Geschichtlich interessant und augenfällig sind für den Besucher von Basdorf, neben dem Gelände der Polizeischule auch die Doppelhäuser aus Holz in der Milch- oder Waldsiedlung. Durch einen Generalfeldmarschall Milch initiiert, bestimmt sie bis heute das Ortsbild von Basdorf vor allem durch ihre besondere Fassadenverkleidung aus Holz.
Die Schönheit seines Ortes ist aber für den Ortsvorsteher Peter Liebehenschel nicht nur mit historischen Gebäuden verbunden. Für ihn ist die bestehende Waldlandschaft in Basdorf von großer Bedeutung und prägend. Basdorf ohne diesen Waldcharakter wäre ein Ort wie jeder andere und nicht mehr besonders. Sein tätiger Einsatz zum Erlass einer gemeindlichen Baumschutzsatzung rührt aus dieser Überzeugung. Er möchte die „kolossalen Veränderungen“ im Baumbestand des Ortes stoppen und einen gesunden Baumstand erhalten und schützen – zum Gewinn von Basdorf! Daher ist für ihn auch der kurzfristige Erlass der Baumschutzsatzung wichtig, um weitere Einschnitte in den Baumbestand der Gemeinde zu verhindern.
„Wir haben keine Seen und Berge, aber unser Basdorf zeichnet sich durch einen hohen Grünanteil, gute Schulen und Kinderreinrichtungen, ein neues Ortsteilzentrum mit einer Vielzahl von Geschäften des täglichen Bedarfs und die beste Verkehrsanbindung aller Orteile von Wandlitz aus.“ Damit wachsen seit Jahren die Einwohnerzahlen von Basdorf. 5.274 Einwohner wurden aktuell in 2010 gezählt. Aber das ist nicht alles!
Basdorf steht für ein Miteinander der Bürger. Hier spielt Parteipolitik nur eine untergeordnete Rolle. Und das zählt! Wenn man will, könnte dieses Phänomen als der besondere „Geist von Basdorf“ beschrieben werden, so Peter Liebehenschel.
Der Ortsvorsteher von Basdorf ist Kommunalpolitiker mit Leib und Seele! Man spürt seine Nähe und Verbundenheit zu dem Ort, in dem er seit 1976 mit seiner Familie lebt. Aus einer Arbeiterfamilie stammend, war für ihn immer die menschliche Seite in seinen Tätigkeiten wichtig, ob in der Politik oder auch in dem von ihm mit seinem Sohn geführten Unternehmen im Bereich des Metallbaus in Basdorf. Bürgernähe, Freundlichkeit und Kompetenz sind ihm wichtig. Der Vater von zwei Kindern und vier Enkeln stellte sich 1990 im Rahmen einer Bürgerinitiative für Basdorf zur Wahl und gewann. Seit dem ist er aus der Politik für Basdorf nicht mehr weg zu denken. Nicht ohne Stolz berichtet er, dass die Ansiedlung des Gewerbegebietes im Ortsteil mit heute zirka 20 Betrieben auch auf seine Initiative zurück zu führen ist. Sein damaliges Ziel, Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen, konnte realisiert werden.
An die Eingemeindung in die Großgemeinde Wandlitz gewöhnt man sich langsam, so Liebehenschel, und doch möchte Basdorf seine eigene Identität nicht verlieren. Mit Überzeugung unterstützt er die Beauftragung und den Einsatz der Firmen vor Ort, um die Gemeinde nicht nur in ihrem Steueraufkommen zu stärken. Sein Wunsch wäre, dass in der Kommunalpolitik von Wandlitz nicht die Parteipolitik, sondern das Interesse, die Gemeinde gemeinsam zu gestalten, stände! Die Entwicklung des ehemaligen Polizeigeländes in der Mitte des Ortes erfordert seiner Ansicht nach als Großprojekt den Einbezug der Ideen und Erfahrungen aller Basdorfer und interessierten Gemeindemitglieder.
Er ärgert sich, wenn über den Kopf der Bürger und Ortseile entschieden wird. Die Schließung der Lanker Straße – eine Verbindungsstraße zwischen der B 109 und der B 273 – war für ihn „ein schwerer Schlag gegen Basdorf“. Der Erhalt der Straße, als wesentliche Entlastungsstrecke, hätte auch während der Sanierung der Brücke (B 273) in Wandlitz vielen Bürgern Fahrzeit und Geld gespart.
Aber das Leben des Peter Liebehenschel besteht nicht nur aus Politik. Er ist mit Freude Opa und kümmert sich regelmäßig um seine im Ort lebenden Enkel. Seine Sangesfreude, ein Erbe von seiner Mutter, ist berühmt. Mit Gitarrenbegleitung und französischen Chansons trägt er im Rahmen der jährlich stattfindenden Brassens-Tage seinen persönlichen Anteil zum Gelingen des Basdorfer Festivals bei. Seine politische Tätigkeit wird er wohl nicht beenden, wenn er in wenigen Monaten in den Ruhestand geht. Den Basdorfern wird so sein Humor und seine Bürgernähe, gewürzt mit der französischen Leichtigkeit des Seins, noch einige Jahre erhalten bleiben.
Jana Radant
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 2. April 2011 )