Gesundheit und Pflege in unserer Gemeinde (Nr. 76)
Am 9. November 2017 hatte Bürgermeisterin Jana Radant zu einem Forum rund um das Thema Gesundheit in das Barnim Panorama eingeladen. Die Einladung richtete sich an alle Bürger der Gemeinde, die im gesundheitsempfangGesundheitswesen in den verschiedensten Bereichen tätig sind. Dazu zählen Physiotherapeuten, Augenoptiker, Apotheker, Fitnessstudios, Pflegedienste und natürlich die niedergelassenen Ärzte. Letztere waren auf der Veranstaltung leider kaum präsent. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig. Jana Radant gab einen Überblick über die in der Gemeinde vorhandenen Gesundheitseinrichtungen. Die Zuhörer beeindruckte schon, was hier gleistet wird:
Immerhin gibt es 29 niedergelassene Ärzte (davon zehn Zahnärzte, acht Allgemeinmediziner, drei Ärzte für Innere Medizin; zwei Psychotherapeuten, ein Kinder- und Jugendpsychologe, eine Augenärztin, ein Frauenarzt, ein Orthopäde, ein Kinder- und Jugendmediziner, ein Urologe. Hinzu kommen vier Naturheilpraxen und acht ambulante Pflegedienste.
Die stationären Senioreneinrichtungen in Basdorf und Wandlitz geben alten und pflegebedürftigen Menschen ein neues Zuhause. In zwei Tagespflegestätten in Schönwalde und Wandlitz verbringen pflegebedürftige Menschen in einer familiären Atmosphäre gemeinsam mit anderen Gästen den Tag. Eine dritte Tagespflege eröffnet im kommenden Jahr auf dem ehemaligen Polizeischulgelände in Basdorf. Und eine weitere wird in zirka zwei Jahren mit etwa 15 Plätzen noch einmal das Angebot in Wandlitz ergänzen.
Das ist aber längst nicht alles. Unseren Bürgern stehen 13 Physiotherapie- und vier Logopädie-/Ergotherapiepraxen, fünf Augenoptiker und drei Podologiepraxen zur Verfügung. In vier Apotheken erhalten wir fachlich fundierte Beratung rund um Arzneimittel, Medikamente und Gesundheit.
Insgesamt sieben Fitnessstudios und Yogalehrer bieten professionelle Angebote im Bereich der Gesundheitsvorsorge an.
Trotz dieses umfangreichen Angebotes werden auch bei uns weitere Physiotherapeuten gesucht. Was die Anzahl und Struktur der Arztpraxen angeht, haben wir darauf kaum Einfluss. Diese legt die Kassenärztliche Vereinigung fest, bei Zahnärzten, die KZV.
Die auch vor der Gemeinde liegenden Anforderungen auf dem Gebiet der Gesunderhaltung und Pflege sind immens:
Nirgendwo innerhalb und außerhalb Europas – außer in Japan – altert und schrumpft die Bevölkerung so rasch wie in Deutschland. Bis zum Jahr 2050 wird jeder dritte Einwohner Deutschlands älter als 64 Jahre sein, jeder achte über 80.
Aktuell ist bei uns in der Gemeinde jeder fünfte älter als 65 Jahre, dies entspricht zirka 21 Prozent unserer Bevölkerung.
Mit steigendem Alter wächst die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden.
Zwischen 75 und 79 Jahren ist jede zehnte Person pflegebedürftig, in der Altersgruppe der über 90-jährigen steigt der Anteil auf rund zwei Drittel. Und auch die Demenzerkrankungen steigen mit wachsendem Alter. Während unter 70 Jahren 2,29 Prozent der Bürger in unserer Gemeinde an Demenz erkrankt sind, sind es im Bereich der 70-80jährigen bereits 12,3 Prozent. Mit über 85 Jahren leiden bereits 25 Prozent des Personenkreises an dieser Krankheit. Die Pflege von an Demenz erkrankten Familienmitgliedern wird in den kommenden Jahren ein wichtiges Schwerpunktthema auch in unserer Gemeinde werden. Der Gesundheitssektor ist ein Bereich der sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat. Die Menschen werden älter und tun viel dafür gesund zu bleiben. Die jüngeren Menschen versuchen mit einer Vielzahl an Maßnahmen sich von ihrer stressigen Arbeit zu erholen. Laut einer Analyse des Gesundheitsmarktes durch das Bundeswirtschaftsministerium gaben die Bundesbürger im vergangenen Jahr 432 Milliarden Euro für Produkte und Dienstleistungen rund um die Gesundheit aus. Gut 25 Prozent davon, also 111 Milliarden Euro, entfielen auf den sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt. Auf ihm zahlen die Kunden selbst und nicht die Krankenversicherung. Die Gesundheitsbranche ist in ihren finanziellen Aufwendungen mittlerweile größer als die Autoindustrie.
Bei der Umgestaltung zu einer weitgehenden Barrierefreiheit muss die Gemeinder noch vieles leisten – immerhin leben hier rund 19 Prozent behinderte und schwerbehinderte Menschen. Aber es wurde auch schon einiges erreicht. Es gibt einen aktiven Seniorenrat, die Ehrenamtsagentur Wandlitz, die ehrenamtliche Unterstützungsangebote anbietet oder die Arbeitsgemeinschaft „Leben ohne Barrieren“, die sich mit einem breit angelegten Aktionsprogramm auf die Fahnen geschrieben hat, eine barrierefreie Infrastruktur in der Gemeinde zu fördern.
Auf das Bauen barrierefreier Wohnungen legt die Gemeinde schon seit Jahren Wert und erweitert den Wohnungsbestand allein in den Basdorfer Gärten mit 75 barrierefreien Wohnungen. Altersgerechter Wohnungsumbau ist für den Wohnungsbestand ebenso ein Thema, wie technikunterstütztes Wohnen.
Eine gute ärztliche Betreuung, gepaart mit zusätzlichen Hilfsangeboten und einem zukunftsorientierten Pflegesystem wird das Leben in der Gemeinde für viele Bürger attraktiv machen. Das geschieht nicht im Selbstlauf sondern erfordert ständige Einflussnahme und Zuwendung.
(aus der Eröffnungsansprache von Jana Radant)
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 31. Januar 2018 )